Brigitte Nowack

Was eine Erbschaft alles enthüllen kann, erzählt Brigitte Nowak in ihrem Roman: „Karls Romanze“, den sie am 17. Mai im Rahmen einer Lesung des Marienbrunner Literaturstammtisches (MLST) vorstellte. Plötzlich erhielt sie in den 70er Jahren Post vom staatlichen Notariat mit einer Mitteilung über eine Erbschaft auf Sizilien, im damaligen kapitalistischen Ausland. Das konnte doch nicht sein, eine Großmutter auf Sizilien hatte es nie gegeben. Glaubte sie. Doch als sie ihren Opa in seinen letzten Lebenstagen danach befragte offenbarte er ihr seine Romanze. Anfänglich schrieb sie sich davon nur ein paar Notizen auf, doch Jahrzehnte danach begab sie sich selbst auf Spurensuche. Herausgekommen ist dabei ist dabei der Roman „Karls Romanze“, der 2018 im Verlag OrisDruck Leipzig erschienen ist. Nowak, die fast 40 Jahre als Lehrerein gearbeitet hat und auch Malerin tätig war, gehört seit 5 Jahren zur Gruppe schreibender Seniorinnen und Senioren Leipzig. Dadurch wurde sie ermutigt und beraten diese unglaubliche Geschichte aufzuschreiben, dass sie wie sie selbst sagt „nicht verloren geht“.

In dem ausverkauften Raum der „Futterkiste“ belegen die Gäste das Interesse an der unglaublichen Geschichte. Am Ende war es eine sehr spannende Lesung, bei der es der Autorin hervorragend gelungen ist, die Lesung interessant aufzubauen und vorzutragen. Das empfand auch Helga Marten-Rausch, die wie Nowak zur Gruppe der schreibenden Senioren gehört. „Eine ganz tolle Lesung, in der Frau Nowak ein feines Gespür entwickelt hat, über die Menschen zu erzählen“ urteilte sie. Sie muss es wissen, schreibt sie doch selber Gedichte.

Am 28. Juni geht es um 19 Uhr in der Futterkiste weiter mit einer artistischen Lesung, wenn Bettina Baier aus der Geschichte des Leipziger Krystallpalastes erzählen wird. Freuen wir uns auf eine weitere spannende Lesung des MLST.