Am Freitag, den 16.08., trafen sich die Mitglieder des Marienbrunner Literaturstammtisches (MLST) zu einer Poolparty im Garten oder besser im Pool von Matthias Kudra. Bei gemessenen 20° Wassertemperatur, gefühlt aber noch etwas weniger, wurde im Pool gelesen, und zwar aus dem wasserfesten Badewannenbuch „Ein Einhorn taucht unter“ von der kriminellen Schreibtischtäterin aus Sachsen: Claudia Puhlfürst. Die anvisierten 15 Minuten Lesezeit haben die Stammtischler dabei sogar noch unterboten. Ob das nur an den Temperaturen liegt, bleibt die Frage. Doch es wurde nicht nur gelesen und geplaudert über nunmehr zwei gemeinsame MLST-Jahre. Man hatte auch etwas zu feiern. Der MLST hat es geschafft auf die Titelseite des „Mitteilungsblattes der Freunde Marienbrunn e.V.“ zu kommen. Dort lobte Gerd Voigt, Vorsitzender der Freunde Marainbrunns, der auch schon einige Lesungen besucht hat die „thematische Vielfalt der Beiträge“ bei den Lesungen und wünscht sich: „dass dieses zarte Pflänzchen, welches sich in der Futterkiste etabliert hat, auch wächst und gedeiht“.

Das wird es, denn Ende nächster Woche gibt es schon die nächste Lesung. Da wird der Marienbrunner Stadthistoriker Claus Uhlrich an eine berühmte Marienbrunnerin erinnern, die am 9. September 90 Jahre alt geworden wäre: Dr. Ruth Pfau. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Arbeit mit Leprakranken in Pakistan in einem eigens von ihr initiierten Krankenhaus, das sie noch bis 2013 selbst geleitet hat. Für Claus Uhlrich ist es bereits zu die zweite Lesung beim MLST. Vor einem Jahr stellte er gemeinsam mit Christine Brand und Ursula Weißig Leipziger Stadtteilgeschichten vor und beantwortete die Frage, warum sich Majestät die Beine gebrochen hat.

Erkältet haben sich die Stammtischler im Pool zumindest nicht, denn eine ähnlich gelagerte Lesung mit dem wasserfesten Badewannenbuch soll Anfang nächsten Jahres in der Marienbrunner Sauna stattfinden. Ob da der Leserekord bei zu erwarteten viel höheren Temperaturen noch einmal unterboten wird, bleibt die Frage.